
Neuner und Hofmann waren die ersten Gratulanten nach Ehls Treffer zum 1:0.
Die Gronicher brechen den Kerwa-Fluch: Seit dem 4:2 gegen Warmensteinach im Oktober 2013 klappte es nicht mehr mit einem Dreier zur Herbstkirchweih. Das ist nun vorbei! Heute gab es ein souveränes 3:1 im Verfolgerduell gegen den SSV Kirchenpingarten. Den Schlusspunkt setzte das Traumtor von Nicolai Pittroff.
Trainer Matthias Ehl konnte auch heute nicht aus dem Vollen schöpfen, verletzungsbedingt fehlten Katholing und Weihrauch. Ströber und Nico Weber, vormittags für die U19 bei der SpVgg Bayreuth im Einsatz, verlängerten die Liste der Absenzen. Trotzdem begann Goldkronach forsch. Sekunden waren gespielt, als Hofmann einen schlampigen Pass der Kirchenpingartener Abwehr erlief, ihn in spitzem Winkel zum Tor aber nicht kontrollieren konnte (1. Minute). Die Gastgeber zeigten sich von Beginn an präsent und kombinationssicher, nur die Präzision fehlte noch. Da hätte ein Standard helfen können, doch Alex Ehl brachte nach verlängerter Eckballflanke nicht genügend Druck hinter seinen Kopfball (12.).

Auch von zwei Gegenspielern kaum zu halten: Alex Ehl.
Eine Viertelstunde war gespielt, als sich Körber – ohne ein Kirchenpingartener Foul – verletzte und ausgewechselt werden musste. Für ihn kam Julian Weber, der seine defensiven Aufgaben ohne Fehl und Tadel erledigte. Goldkronach schüttelte sich dennoch kurz und brachte für einige Minuten keinen gefährlichen Angriff mehr zustande. Das änderte sich in der 22. Minute: Pittrof gab, von Hofmann freigespielt, den nächsten Warnschuss ab; zwei Minuten später war es dann soweit. Ehl setzte sich gegen zwei Verteidiger durch und schob den Ball zum 1:0 ins Tor (24.).
Defensive Nachlässigkeiten
Die Gronicher machten weiter Druck, und das zahlte sich unmittelbar aus. Diesmal war es Pittroff, der Hofmann vorlegte, ehe dieser sich mit der Kugel drehte und zum 2:0 vollstreckte (26.). Technisch und spielerisch bewies die SpVgg in dieser ersten Hälfte ihre Klasse, leistete sich insbesondere nach dem 2:0 aber auch kleine defensive Nachlässigkeiten. Nico Seyferths Glanztat im Duell mit Sieber war es daher zu verdanken, dass zur Pause die Null stand (29.), insgesamt nahmen die Gronicher aber einen hochverdienten Vorsprung mit in die Kabine und hatten bei zwei unübersichtlichen Strafraumszenen vor der Halbzeit sogar noch Pech: Als SSV-Keeper Lehner am Ball vorbei griff, brachten sie den Ball nicht hinter die Linie und einen Strafstoß mochte Schiedsrichter Lippert heute nicht geben.

Das herrliche 3:0 war schon der zehnte Treffer für Nicolai Pittroff in dieser Saison.
So war Kirchenpingarten noch nicht geschlagen, Seyferth war gegen Scherm zum zweiten Male hellwach (65.) und verhinderte den Anschlusstreffer. Goldkronach war auch jetzt noch die bessere Mannschaft, spiele aber ein gefährliches Spiel. Das Unglück nahm schließlich seinen Lauf, als der SSV einen Goldkronacher Angriff abfing; eine wirkliche Umschaltsituation ergab sich daraus aber nicht. Vielmehr ging dem 2:1 ein Lauf über 60 Meter voraus, bei dem jedoch kein einheimischer Spieler zu einem taktischen Foul griff, ehe Scherm den Ball im Goldkronacher Tor versenkte (68.).
Sonntagsschuss macht alles klar
Wer nun allerdings eine Zitterpartie erwartet hatte, sah sich getäuscht. An offensiver Qualität mangelte es an diesem Tage nun wirklich nicht. Hofmann spielte Pittroff auf halbrechts an, dieser tankte sich die Sechzehnerlinie entlang und zog unwiderstehlich ab – ein wahrer Kerwa-Sonntags-Schuss, so schön wie unhaltbar, markierte das 3:1 (71.). Die Entscheidung? Noch nicht ganz, denn von ihrer ungewohnten defensiven Nachlässigkeit konnten die Gronicher nicht gänzlich lassen und ließen den eingewechselten Pinto bei einem an sich harmlosen Freistoß völlig frei zum Kopfball kommen (80.).
Damit war die Messe dann allerdings gelesen. Vor knapp 120 Zuschauern, davon viele Auswärtsfahrer aus der Frankenpfalz, gewannen die Gronicher ihr Kerwaspiel verdientermaßen mit 3:1. Das clevere Foulspiel beim Gegentreffer könnte man freilich einfordern, es zeigt sich jedoch, dass die junge Mannschaft ihre Spiele auch vollends fair gewinnen kann. Trotz Körbers früher Verletzung trat die Ehl-Elf insbesondere in der ersten Hälfte souverän auf, kombinierte sicher und schoss sehenswerte Tore. Anflüge defensiven Leichtsinns vermochten diese Leistung kaum zu schmälern.