Remis im Rotmaintal: Gronicher holen 1:1 im Verfolgerduell

  • von Gregor
  • 2. Oktober 2019
  • 1. Mannschaft
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Traumtor! Die Gronicher jubeln über Körbers Kunstschuss.

Unentschieden in einem rassigen Verfolgerduell: Die SpVgg Goldkronach nahm am Sonntag immerhin einen Zähler aus dem Rotmaintal mit. Beim SV Heinersreuth spielten die Gronicher 1:1 (1:1) und bleiben Tabellensechster. Zwei Tore und zwei Platzverweise bescherten den zahlreichen Zuschauern einen spannenden Nachmittag.

Bei sonnigem Herbstwetter startete die Partie flott, wobei Heinersreuth den besseren, weil sichereren Eindruck erweckte. Die besten Chancen der Anfangsviertelstunde aber gehörten Goldkronach. Der Schlüssel dazu: Schnelle Gegenstöße. Nico Weber prüfte SVH-Keeper Bursian (9. Minute) und Stockinger hatte wenig später bei einem Pfostentreffer Pech. Es war ein Traumtor, das die 50 Gästefans schließlich jubeln ließ: Körbers angeschnittener Ball senkte sich aus 20 Metern unhaltbar ins lange Eck (11.)!

Beinahe hätte er per Seitfallzieher direkt nachgelegt (13.), doch nun waren die Gastgeber am Drücker. Knaus verpasste am langen Pfosten nur knapp (16.), Aran versuchte es per Kopf (24.). Gegen den offensivstarken SVH hätte sich die Goldkronacher Defensive besser sortieren müssen als in der 28. Minute, als sich Eichermüller nur noch durch ein Handspiel zu helfen wusste. Die rote Karte war folgerichtig, der Ausgleich in der 35. Minute verdient: Der Ball war lange in der Luft, und während Seyferth den Kopfball noch parieren konnte, schob Ehlert im zweiten Versuch ein.

Stockinger trifft nur Aluminium

Das Spiel kippte aber nicht vollends – das hatte mit Popps überhartem Einsteigen zu tun, das diesem letztlich den zweiten Platzverweis der Partie einbrachte. Aber eben auch mit Goldkronachs gefährlichen Kontern, denn Popp fuhr dem enteilten Stockinger in die Parade. Eine klare rote Karte, Schiedsrichter Jacke zeigte erst einmal Gelb und dann Gelb-Rot wegen Ballwegschlagens. Der Gefoulte traf wenig später zum zweiten Mal den Pfosten für Goldkronach (39.). Mit Dalls Abschluss aus 16 Metern, der links oben vorbei strich, ging es in die Pause: Eine rasante erste Hälfte endete 1:1.

Und wieder auf und davon: Alex Ehl enteilte der Heinersreuther Defensive desöfteren.

Spektakuläre Tore waren nach Wiederanpfiff zwar nicht mehr zu notieren, an Spannung und Torraumszenen mangelte es aber nicht. Seyferth entschärfte den Abschluss Scharnagels (52.), der sich scheinbar in die Abwehr zurückgezogen hatte, jedoch immer wieder nach vorne stieß. Acht Minuten später rettete Bursian gegen Stockinger nach starkem Zuspiel des restlos überzeugenden Ehl.

Scharnagel gefährlich, Körber an die Latte

Die gefährlichen, temporeichen Angriffe der Gäste wurden nun weniger und Heinersreuth drängte auf die Führung. Der freie Scharnagel schloss zwar harmlos ab (74.), bei der folgenden Ecke kam jedoch mit Aran zum wiederholten Male der kleinste Heinersreuther Angreifer zentral vor dem Tor zum Kopfball. Häßler hätte vier Minuten später das 2:1 erzielen müssen – Seyferth reagierte aber glänzend. Mancher Unsicherheit in der Spieleröffnung setzte Goldkronachs Goalie hervorragende Reflexe auf der Linie entgegen.

Kampf um jeden Ball: Nico Stockinger zeigte vollen Einsatz in der Spitze.

Am Ende trafen die Gronicher sogar noch ein drittes Mal Aluminium. Natürlich handelte es sich erneut um einen schnellen Gegenstoß – und Körber, den man noch Sekunden zuvor für müde hatte halten können, knallte die Kugel stramm an die Latte, von wo sie auf die Linie und aus dem Tor heraus sprang.

Verdienter Punkt – und Luft nach oben

Noch einmal Pech, doch unter dem Strich war das 1:1 ein gerechtes Resultat. Goldkronach bot den favorisierten Heinersreuthern auf deren Rasen Paroli – aber offenbarte auch Schwächen. Es war nicht zuletzt das fahrige Aufbauspiel der Roten, das den ballsicheren, aber wenig kreativen Gastgebern Räume und Tormöglichkeiten eröffnete. Ein unorthodox interpretiertes 4-5-1 – durch den frühen Platzverweis noch einmal verändert – trug immerhin dazu bei, dass sich der Gastgeber desöfteren in der Mitte festliefen. Genau dort fehlte aber auch im Gronicher Spiel eine ordnende Hand, ein erkennbares Konzept. Selbst Eichermüllers Platzverweis resultierte letztlich aus der schlechten Staffelung. Dennoch: Ein spannendes Verfolgerduell, ein verdienter Auswärtspunkt, das war kein schlechter Sonntag!

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