0:1 in letzter Sekunde: Gronicher müssen in die Relegation

Die SpVgg Goldkronach hat das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft in der A-Klasse VII mit 0:1 verloren. Dabei starteten die Gronicher besser in die Partie und mussten in der 88. Minute den Treffer hinnehmen, der die unglückliche Niederlage bedeutete. Für die SpVgg geht es nun in die Aufstiegsrelegation.

Diese wird in einem gelinde gesagt kuriosen Modus ausgetragen, bei dem ein „Freilos“ dem Zweiten der A-Klasse VII ein Aufstiegsspiel weniger einräumt als allen anderen Teams. Die SpVgg trifft daher voraussichtlich am 10. Juni auf den Verlierer (!) der Relegationspartie zwischen dem SV Schreez und dem SSV Warmensteinach. Trotz der bitteren Niederlage möchten wir zudem nicht versäumen, dem TSV Neudrossenfeld III zum verdienten Meistertitel zu gratulieren! Wir hoffen, uns im kommenden Jahr in der Kreisklasse wiederzusehen!

Im Folgenden der Topspielbericht von anpfiff:

Die Neudrossenfelder konnten im Gegensatz zur samstäglichen Niederlage in Neuenmarkt mit Sean Mager einen bezirksligaerfahrenen Kicker – der im Jugendbereich ausgerechnet bei der JFG Fichtelgebirge kickte – aufbieten. Goldkronachs Coach dagegen musste einen herben Verlust auffangen: Routinier Markus Vogel fiel wegen eines Innenbandrisses aus. Genauso wie auch Andre Riedel, als Trainer für die Neudrossenfelder Reserve tätig, als Spieler in seinem Wohnort Goldkronach aktiv, nicht auflief.

Taktische Marschrouten bestimmen die Szenerie

TSV Neudrossenfeld – SpVgg Goldkronach

Sean Mager gegen David Zinke. Foto: anpfiff.

Der gegenseitige Respekt war dabei von Beginn an spürbar. Die Neudrossenfelder versuchten immer wieder über Paul Kühnert, in ihre Offensivaktionen zu kommen, um Torjäger Silvio Knoll in Aktion zu spielen. Die Goldkronacher dagegen bauten auf ihre zentrale Mittelfeldachse um Fabian Blechschmidt, David Zinke und den in der ersten Hälfte bärenstarken Sebastian Katholing. Da beide Defensivreihen gut organisiert auftraten, blieb das für A-Klassen-Verhältnisse auf dem ungewohnt großen Platz sehr temporeiche Spiel über weite Strecken ohne echte Tormöglichkeiten. Die dickste Chance vor dem Pausentee hatte der schon nach 13 Minuten gekommene Josua Opel, dessen Direktabnahme nach feiner Ballannahme Keeper Kauper durchaus bemerkenswert entschärfte. Auf der anderen Seite blieb vieles Stückwerk, vor dem Kasten fehlte die letzte Konsequenz um dem Goldkronacher Torsteher Alexander Ruppel gefährlich zu werden. In den letzten Minuten vor dem Pausentee forcierten die Fichtelgebirgler den Druck nochmals, blieben im letzten Drittel des Spielfeldes aber ebenfalls zu ungenau, um Kaupers Tor ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Zinkes Ausfall hinterlässt eine Lücke

In Hälfte Zwei sollte sich das Bild grundsätzlich umkehren. Jetzt waren es die Neudrossenfelder, die mehr offensive Power aufs Feld brachten und die Goldkronacher früh unter Druck setzten. Doch es blieb alles wie gehabt: Gefährliche Tormöglichkeiten blieben absolute Mangelware. Beide Abwehrreihen blieben ihrer Maxime treu und verteidigten mit Herzblut das torlose Remis. Der Bruch im Goldkronacher Spiel kam letztlich, als David Zinke das Spielfeld mit Knieproblemen verlassen musste. Da auch Sebastian Katholing nicht mehr den Druck aus der ersten Halbzeit aufs Spielfeld brachte, lahmte das SpVgg-Spiel zusehends. Dass sich die Goldkronacher letztlich nicht in die (verdiente) Verlängerung retten konnten, lag an dem einen Geniestreich der Neudrossenfelder. Einen seitens der Goldkronacher vertändelten Ball spielte Paul Kühnert perfekt in die Schnittstelle der Abwehr. Und das auch noch direkt auf Torjäger Silvio Knoll. Der ließ sich alleine vor Alexander Ruppel auftauchend nicht lumpen und vollstreckte so, wie ein 26-facher Torjäger halt zu vollstrecken hat: Eiskalt. Der Genickschlag für die Fichtelgebirgler, die sich in der Kürze der verbleibenden Zeit trotz wütender und dennoch durchdachter Offensivaktionen nicht mehr zurückmelden konnten.

In der Statistik

Goldkronach: Ruppel – Mertins, F. Rabenstein, H. Rabenstein, Helger, M. Rabenstein, Zinke, Blechschmidt, Weihrauch, Katholing, F. Neuner; Pöhlmann – Opel (ab 13. Minute), Wendler (ab 37.), Schullerus (ab 60.), Bauer, Amschler, C. Neuner. Tor: 1:0 Knoll (88.). Gelbe Karten: D. Stöcker (24./Foulspiel), S. Mager (32./Foulspiel), Brumm (67./Foulspiel) / H. Rabenstein (34./Foulspiel). Zuschauer: 370. Schiedsrichter: Martin Reichardt (Trogen).

Stimmen zum Spiel

Matthias Bauer: „Wir haben die Neudrossenfelder in der ersten Halbzeit gut gestört, sie sind nicht in ihr Spiel gekommen. Nach der Pause haben sie daher umgestellt. Mit der Auswechslung von David kam ein Bruch in unser Spiel. Das war heute ein gutes A-Klassenspiel. Wir waren ja überhaupt froh über die unerwartete Chance, hier noch Meister zu werden. Jetzt müssen wir es halt über die Relegation richten.“ Nick Mertins: „Das war heute ein Spiel auf Augenhöhe. Am Ende hat Neudrossenfeld noch einmal Druck gemacht, von uns kam nicht mehr so viel. Vor der Halbzeit waren wir am Drücker. Eine Verlängerung wäre heut allemal drin gewesen. Schade. Aber jetzt richten wir das in der Relegation!“

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