UPDATE! Gemeinsam für den Fußball in Goldkronach: SpVgg und ASV arbeiten zusammen

Die SpVgg Goldkronach und der ASV Nemmersdorf gehen zur Saison 2022/23 eine Spielgemeinschaft ein. Das gaben die Verantwortlichen beider Fußball-Abteilungen Anfang Juni bekannt. Die erste Mannschaft der SpVgg Goldkronach bleibt eigenständig. Darüber hinaus wird die Spielgemeinschaft wird voraussichtlich drei Herren-Mannschaften melden, jeweils eine in der Kreis-, A- und B-Klasse. Ein erstes Kennenlernen der Spieler fand bereits im Rahmen eines Grillfestes am Goldkronacher Sportgelände statt.

Der Zeitpunkt mag überraschen, aber für den Zusammenschluss gibt es gute Gründe: Der ASV Nemmersdorf könnte eigenständig keine zwei Herrenmannschaften mehr stellen. Die SpVgg Goldkronach möchte allen Spielern gleichermaßen Spielpraxis ermöglichen. „Durch die SG können wir jedem, der in Goldkronach Sport treiben will, ein Angebot machen“, so SpVgg-Vorstand Manfred Hautsch: „Vom gemütlichen Hobbykicker in der B-Klasse bis zum Kreisliga-Fußballer.“

Dass die Goldkronacher Fußballer sich zusammenschließen würden, zeichnete sich im Hintergrund seit April ab und wurde schließlich Anfang Juni bekannt gegeben. Zwischenzeitlich – Stand 7. Juni – wurde die Verabredung in einem Punkt korrigiert: Die erste Mannschaft der SpVgg in der Kreisliga wird eigenständig bleiben. Denn entgegen der Informationen aus der Kreisspielleitung wäre es nicht garantiert, dass eine SG ein theoretisches Aufstiegsrecht in die Bezirksliga wahrnehmen könnte. So verbleibt die erste Mannschaft in der kommenden Saison 2022/23 vollständig in der Regie der SpVgg Goldkronach.

Fußball mit Zukunft – aus Goldkronach, für Goldkronach

Doch weist der Beschluss über die kommende Saison hinaus in die Zukunft. Trotz des aktuellen sportlichen Erfolgs muss sich der Goldkronacher Fußball noch nachhaltiger aufstellen, wenn er der demografischen Entwicklung begegnen und weiterhin auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs setzen will. Denn das ist das erklärte Ziel: Fußball für alle bis hin zu einer ambitionierten ersten Mannschaft in der Kreisliga – ohne Gehälter und Prämien, aus Goldkronach, für Goldkronach.

Dass gerade zwei der schärfsten Stadtrivalen im Spielkreis zusammenarbeiten, ruft freilich auch Skeptiker auf den Plan. Gleichwohl hat das Derby zuletzt viel von seinem einstigen Gift verloren; viele Spieler kennen sich aus der JFG Fichtelgebirge; beide Vereine arbeiten im Kinderfußball bei U7 bis U11 zusammen. „Jeder darf Bedenken oder Fragen haben, es liegt an uns, alle zu überzeugen“, so Hautsch.

Die Saison 2022/23 als Testlauf: Zwei gesunde Klubs arbeiten zusammen

Der Vorstand weist jedoch darauf hin, dass eine gänzliche Verschmelzung der Stammvereine nicht bevorsteht. Ob die SG überhaupt in eine festere Organisationsform überführt wird, muss sich erweisen. „Die kommende Saison ist ein Testballon“, erklärt Hautsch, „wir werden sehen, wie die Zusammenarbeit läuft, wie die Stadt Goldkronach uns unterstützt und ob die Zusammenarbeit eine Zukunft hat.“

Nun gehen die Verantwortlichen und Spieler mit Optimismus ans Werk, immerhin braucht sich die neue Spielgemeinschaft sportlich und organisatorisch nicht zu verstecken. „Abzuwarten, bis wir aus der Not heraus etwas tun müssen, ist kein verantwortungsvolles Vorgehen“, sagt der Goldkronacher Vorstand, „besser ist es, die Entwicklung selbst aktiv zu steuern und die Zukunft des Fußballs in die Hand zu nehmen.“ Dass hier zwei gesunde Vereine zusammenarbeiten, könnte dem Fußball in der Stadt Goldkronach noch einmal zusätzlichen Schub verleihen.

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