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Katholing im anpfiff-Interview: Ein Frühjahr voller englischer Wochen

Eine ganze Reihe Nachholspiele bescheren den Gronichern viele „englische Wochen“ in der Rückrunde. Thomas Nietner vom Fußballportal anpfiff sprach mit SpVgg-Kapitän Sebastian Katholing über die Halbzeitbilanz in der Winterpause und die Aussichten im Frühjahr.

Nur 14 Spiele absolvierte die SpVgg Goldkronach in der Vorrunde, während die anderen Teams schon meist deren 17 Begegnungen ausgetragen haben. Die Elf von Trainer Stefan Sommerer hat somit quasi noch drei zusätzliche Patronen im Gürtel. „Theoretisch sind da noch neun Punkte zu vergeben. Sollten wir die holen, schaut es ganz anders aus“, wirft Spielführer Sebastian Katholing einen Blick auf die Tabelle. Nach den Spielausfällen ist seine Elf in Richtung Abstiegsränge abgerutscht. Lediglich ein Punkt trennt die Rot-Weißen aktuell vom Relegationsplatz. Vom Abstiegskampf will der 24-Jährige deswegen aber nicht gleich sprechen und auch die Statistik deutet nicht unbedingt auf einen drohenden Abstieg hin. Letztendlich hatten die Spielausfälle aber auch ihre gute Seite: „Ich bin froh, dass wir zuletzt nicht mehr ran mussten, da doch einige Spieler ausgebrannt waren. Das Wetter kam uns in dieser Situation entgegen.“

Starke Defensive

Unterschätzen will Sebastian Katholing die Tabellensituation auf der anderen Seite aber keineswegs. Dafür lief es in der Hinrunde nicht immer rund. „Wir hatten aus verschiedenen Grünen immer wieder mit Ausfällen zu kämpfen“, spricht der Kapitän daher eher von einer schwierigen Vorrunde, in der jedoch mehr für die Goldkronacher drin gewesen wäre. Das eine oder andere der sechs Unentschieden ärgert ihn dabei besonders. Sich selbst nimmt er bei seiner Analyse aber nicht aus: „Vor dem Tor hat uns  und vor allem mir da zeitweise die Kaltschnäuzigkeit gefehlt.“ Ein weiterer Punkt, warum zu den bislang 18 Punkten nicht noch weitere hinzukamen. „Diejenigen, die bei uns die Tore schießen, haben sich alle eine Formkrise genommen“, spielt Sebastian Katholing auf die überraschend schwache Torausbeute der Rot-Weißen an.

SpVgg Goldkronach – ASV Laineck

22 Treffer bejubelten die Gronicher bisher.

Dabei verfügt der Kader mit dem Spielführer, Torjäger Fabian Blechschmidt und Daniel Oberst durchaus über Kicker, die wissen, wo die Kiste steht. In der Vorsaison netzte das Trio noch 32 Mal ein. In der Vorrunde mussten die drei Angreifer dagegen kleinere Brötchen packen und waren nur elf Mal erfolgreich. Da sieht Sebastian Kathling in der Rückrunde noch durchaus Luft nach oben. Ein Ansatzpunkt für die restlichen Spiele. Dass die Sommerer-Elf daher nicht in größere Nöte verfiel, hat sie einer starken Defensive zu verdanken. Auch für Sebastian Katholing eine Art „Lebensversicherung“: „Hinten stehen wir eigentlich immer sicher. Wir spielen hinten seit Jahren zusammen und sind daher eingespielt. Vorne müssen wir nun eben an uns arbeiten.“ Mit nur 20 Gegentreffern bewegen sich die Goldkronacher auf Augenhöhe mit den Topteams der Liga. „Da leisten wir uns nur wenige Ausreißer“, ist der Goldkronacher stolzt auf die Hintermannschaft.

Hoffen auf die Rückkehrer

Für die Rückrunde ist Sebastian Katholing aber zuversichtlich, dass auch vorne wieder der Knoten platzt. Eng verbunden ist seine Hoffnung dabei mit Nick Mertins, der studienbedingt einige Partien verpasste. „Der hält den offensiven Spielern den Rücken frei“, weiß der Goldkronacher um die Vorzüge seines Teamkollegen. Daneben rechnet die Fichtelgebirgself in der Rückrunde auch wieder mit der Rückkehr von Maximilian Hildner sowie Fabian Neuner, der nach seinem Kreuzbandriss wieder erste Schritte unternimmt und auch auf Steffen Zinke ruhen die Hoffnungen. „Steffen ist für uns ein enorm wichtiger Spieler“, so der Spielführer. Mit Einsätzen von Josua Opel, der in der Hinrunde aus beruflichen Gründen kein einziges Spiel absolvierte, ist dagegen weiter nicht zu rechnen. Oder doch? Beim quirligen Flügelflitzer weiß man dies nie so recht. Aber unabhängig davon, ist Sebastian Katholing guter Dinge: „Wenn wir unsere Leistung abrufen, mache ich mir keine Gedanken um den Klassenerhalt.“

Dabei hebt er aber zeitgleich auch warnend den Zeigefinger: „Ein Selbstläufer wird es jedoch nicht!“ Da kommt die Unterstützung von drei Neuzugängen gerade Recht: Aus Altenplos kommt mit Eric Wehrle ein weiterer Keeper sowie mit dem Kanzer Jan Bessel und dem ehemaligen Martinsreuther Ahmet Bekir-Softa zwei Kicker, die den Kader in der Breite verstärken werden. Damit dürften die Engpässe der Hinrunde, in der selbst Ex-Coach Matthias Bauer zwei Mal seine Fußballschuhe wieder schnüren musste, der Vergangenheit angehören. Sebastian Katholing sieht seine Elf für den Rückrundenauftakt in Oberpreuschwitz gut gerüstet: „Da haben wir zwar noch nie etwas geholt, so dass wir da mit einem Unentschieden sicherlich gut leben könnten.“ Ab Ende Januar bittet Stefan Sommerer seine Kicker daher wieder zum Training. „Das wird sicherlich anstrengend, aber wir müssen uns im Winter eine gute Grundlage erarbeiten“, erwartet Sebastian Katholing schweißtreibende Wochen – und trotz stressiger „englischer Wochen“ eine ruhige Rückrunde.

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