Derby!

Es ist nicht zu übersehen. Der Nordbayerische Kurier schreibt in seiner heutigen Ausgabe von einem „der prestigeträchtigsten Derbys im Landkreis“, das Fußballportal anpfiff hat die Partie selbstredend zum Topspiel erklärt und Goldkronach fiebert dem ersten Punktspiel-Derby seit dem 18. April 2008 mit zunehmender Vorfreude und Spannung entgegen.

Presse vor dem Derby

Die Berichterstattung im Vorfeld des Derbys ist durchaus umfangreich.

Dafür gibt es manchen Grund. Ob Spielvereinigung oder ASV, beide Mannschaften, die sich am Sonntag ab 15 Uhr gegenüber stehen werden, lieferten zuletzt starke Leistungen ab. Vier Spiele ohne Niederlage, dazu der furiose Sieg beim Tabellendritten in Laineck – das ist die Ansage, mit der die Rot-Schwarzen in die Partie ziehen. Die blau-gelbe Seite kann sich nach zehn Punkten aus den vergangenen vier Spielen sogar noch stärker im Aufwind wähnen. Ihre Pokalspiele am Mittwoch gewannen beide Teams ebenso – auch wenn die Nemmersdorfer weiterkamen, weil Kreisligist FC Marktleugast nicht anreiste.

Beim ASV steht alles zum Besten

Auch von der gedrückten Stimmung ob des wenig erfolgreichen Saisonstarts ist bei der SpVgg nicht mehr viel zu spüren. Dass die junge Elf Fortschritte macht, ist nicht zu übersehen, obgleich Trainer Heumann noch viel Arbeit vor sich hat. Er muss zum Derby auch wieder auf einige Verletzte verzichten. Immerhin scheint sich im Einzelfall Besserung abzuzeichnen, ob etwa Ingo Scharnagel am Sonntag spielen kann, war Mitte der Woche noch nicht ganz klar. Zweifellos wäre das eine Personalie, die der in Laineck stellenweise brillianten, aber eben inkonstanten und mitunter anfälligen jungen Mannschaft zusätzliche Routine und Sicherheit verleihen könnte.

ASV Laineck – SpVgg Goldkronach 3:4

Jubeln die Gronicher auch am Sonntag? Seit neun Jahren hat die SpVgg zu Hause kein Derby verloren.

Beim ASV, dessen Zielsetzung mit dem einfachen Wort „Klassenerhalt“ etwas klarer gesteckt war als das diffuse „Mitspielen im oberen Mittelfeld“ der SpVgg, steht derzeit ohnehin fast alles zum Besten. Neuzugang Strömsdörfer trifft am Fließband und erfüllt damit genau den Wunsch, den man mit seiner Verpflichtung geäußert hatte; in den Spielen gegen die Teams im unteren Tabellenfeld zeigten die Nemmersdorfer erstaunliche Souveränität; das Konzept, die Mannschaft nach dem Aufstieg nur sehr begrenzt mit neuem Personal auszustatten, geht auf.

Neun Jahre ohne Heimniederlage

So stehen die sportlichen Vorzeichen für das Duell gut: Die Zuschauer dürfen einen spannenden Vergleich erwarten und mit einem Spiel auf Augenhöhe rechnen, auch wenn Nemmersdorfs Trainer Jörg Dumbach in der Presse etwas tiefstapelte und verlauten ließ, er sei im Derby mit einem Punkt zufrieden. Für Goldkronach ist das Spiel Gelegenheit, die Wende zur erfolgreichen Saison endgültig zu vollziehen. Und natürlich eine sehr erfreuliche Serie weiter auszubauen.

Denn es ist lange her, dass der ASV Nemmersdorf zuletzt an der Kronach gewann. Die zuschauerträchtigen Derbys waren zwar stets eine knappe Sache, die Spielvereinigung hat jedoch seit dem 24. August 2003, also seit gut neun Jahren, nicht mehr zu Hause gegen den Stadtrivalen verloren. Selbst beim letzten Spiel im April 2008, als sich die Nemmersdorfer mitten im Schlussspurt ihrer Meisterschaftssaison befanden, siegten die Gastgeber. Tilo Seebach entschied die umkämpften Partie mit seinem goldenen Tor und sorgte dafür, dass die dann kurzzeitig klassentieferen Gronicher stets eine passende Antwort auf Sticheleien parat hatten.

Kein normales Spiel

SpVgg Goldkronach - ASV Nemmersdorf 4:2

Im Derby darf man schon mal deutlich werden: "Ihr habt keine Fans! Ihr habt keine Stadtrechte! Ihr habt keine Chance!" am 2. September 2004.

Dass selbst die jüngere Vergangenheit viele solcher Geschichten rund um die Begegnung zu erzählen weiß, zeigt die Tradition und Bedeutung des Derbys. Es ist tatsächlich eines der heißesten im Fußballkreis. Mit dem nahenden Termin bestätigt es sich: Den Spielen gegen Bad Berneck oder Ramsenthal, zum Beispiel, konnte man aufgrund der räumlichen Nähe zwischen den Vereinen den Stempel „Derby“ zwar aufdrücken – ein Ersatz für das Original konnten sie jedoch nie sein.

Die Berichterstattung, die Spannung im Umfeld, alles fiebert auf den Sonntag hin. „Kommst‘ zum Derby?“ – Auswärtige und Ehemalige haben sich angekündigt, ein bisschen kribbelt’s schon. Ein faires Spiel soll es sein, bei dem der Sport im Vordergrund steht. Ein normales hingegen – das ist es sicher nicht. Und deshalb sind der Worte nun genug verloren. Sonntag, 7. Oktober, 13 Uhr: SpVgg Goldkronach II – ASV Nemmersdorf II. 15 Uhr: SpVgg Goldkronach – ASV Nemmersdorf.

Eine Stadt – ein Verein! Vorwärts Goldkronach!

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