Es geht wieder los! Der Pokal ist in jeder Saison ein zuverlässiger Bote der neuen Saison. Gerade an der Kronach ist die Vorfreude auf die neue Serie groß, da sie viele spannende Derbies verspricht − auch, wenn die Kreisklassen noch nicht einmal eingeteilt sind. Eben jene Derbies wird es nun auch schon vor dem ersten Ligaspiel geben, denn auch heuer erfolgte eine Pokalreform: Man mag von den Neuerungen halten, was man will, immerhin bescheren sie der SpVgg ein Qualifikationsturnier mit dem SV Röhrenhof, TSV Bad Berneck und ASV Nemmersdorf.
Am Sonntag, 1. Juli, gibt es daher auf dem Sportgelände in Röhrenhof gut vier Stunden lang ein Lokalderby nach dem anderen zu sehen. Dass die spielzeitverkürzten Duelle freilich nicht den Stellenwert eines echten Aufeinandertreffens haben, dürfte klar sein und sich möglicherweise auch in Aufstellung und Einstellung widerspiegeln. Immerhin aber beschert das Derbyfestival einen kleinen Höhepunkt in der Saisonvorbereitung und allemal einen netten Fußballnachmittag.
Die Partien im Überblick (Spielzeit 40 Minuten)
13:30 Uhr – TSV Bad Berneck – SpVgg Goldkronach
14:15 Uhr – SV Röhrenhof – ASV Nemmersdorf
15:05 Uhr – TSV Bad Berneck – SV Röhrenhof
15:50 Uhr – SpVgg Goldkronach – ASV Nemmersdorf
16:35 Uhr – ASV Nemmersdorf – TSV Bad Berneck
17:25 Uhr – SV Röhrenhof – SpVgg Goldkronach
Der weitere Modus
Was dem Turnier folgt, ist ein reichlich abenteuerlicher weiterer Verlauf des Pokalwettbewerbs. Das Qualifikationsturnier ist nämlich Basis für den Kreispokal 2012 − und für den Kreispokal 2013. Die Sieger der Qualifikationsgruppen qualifizieren sich für die nächste Runde sowohl 2012 als auch 2013. Das heißt für den Sieger des Turniers in Röhrenhof Folgendes:
- Der Sieger qualifiziert sich für den Toto-Pokal 2013.
- Die drei anderen Teams spielen am Sonntag, 8. Juli, in einem weiteren Turnier mit weiteren Verlierern anderer Qualigruppen ebenfalls Toto-Pokal-Teilnehmer für 2013 aus.
- Für den Sieger geht es außerdem im Toto-Pokal 2012 weiter. Er trifft am Freitag, 6. Juli, auf den Sieger der Partie zwischen den Erstplatzierten der Turniere in Peesten und Burghaig.
Wie weiter mit dem Toto-Pokal?
Auch nach der neuerlichen Reform bleibt fraglich, was der Toto-Pokal eigentlich darstellen soll. Denn im Geiste der Erfinder würde wohl der handeln, der ihn einfach wieder zu dem macht, was er sein soll: Ein Pokalwettbewerb. Erste Runde, zweite Runde, Viertelfinale… und zwar als Fußballspiel mit Verlängerung und Elfmeterschießen. So wie bei den „Großen“ im DFB-Pokal − und eigentlich ist auch der Totopokal ja nur ein vorgeschalteter Qualifikationswettbewerb zum „großen“ DFB-Pokal. Stattdessen wird im Jahresrhythmus am Modus gepfuscht, bis jede Transparenz verloren gegangen ist. Statt mündigen Vereinen die Teilnahme an diesem Wettbewerb freizustellen, werden sie mit dem Argument zwangsverpflichtet, dass am Ende ja eine Ausschüttung von DFL-Geldern erfolgt: Vielleicht sogar in Form eines (!) Spielballs.
Auch in diesem Jahr kann kein Derby-Turnier darüber hinwegtäuschen, dass nur eines den Pokal endlich wieder attraktiv machen würde: Eine anständige, transparente, normale Austragungsform. Im Fußball ist weniger nicht selten mehr. Stellt man den Vereinen die Teilnahme am Wettbewerb frei, gewinnt dieser an Qualität, weil nur die Motivierten mitspielen. Dadurch ließe sich auch die Zahl der teilnehmenden Vereine reduzieren, die die Einrichtung der Turniere angeblich nötig machte. Ist der Modus endlich wieder für Menschen nachvollziehbar, die sich nicht drei Stunden intensiv mit den neuesten Infos aus der BFV-Zentrale befassen, tut das dem Wettbewerb gut. In dieser Form aber ist der Pokal eigentlich nur interessant, wenn man sich durch die Qualifikationsturniere soweit gemogelt hat, dass Regeln gelten, die den Reiz jedes Pokalwettbewerbs ausmachen: Fußball, Verlängerung, Elfmeterschießen.